{"id":2484,"date":"2014-01-27T17:51:21","date_gmt":"2014-01-27T15:51:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mavvidis.com\/?p=2484"},"modified":"2014-02-12T13:16:23","modified_gmt":"2014-02-12T11:16:23","slug":"die-neue-immobiliensteuer-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mavvidis.com\/de\/die-neue-immobiliensteuer-in-griechenland\/","title":{"rendered":"Die neue Immobiliensteuer in Griechenland: Alles was Sie wissen m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.mavvidis.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/mp_panorama.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2530 alignleft\" alt=\"Ferienhaus Griechenland\" src=\"https:\/\/www.mavvidis.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/mp_panorama.jpg\" width=\"250\" height=\"255\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5em;\">Das Jahr 2014 hat hinsichtlich der Besteuerung der Immobilien in Griechenland dynamisch und mit gro\u00dfen Reformen begonnen. Seit 01. Januar des Jahres ist ein neues Immobilienbesteuerungsgesetz in Kraft getreten, welches die bisher diesbez\u00fcglich g\u00fcltigen Regelungen, wie den sogenannten E.T.A.A. oder den F.A.P., g\u00e4nzlich ersetzt. Die neue Regelung sieht eine zweikomponentige Besteuerung vor; zum einen wird jede Immobilie gesondert besteuert (1. Komponente: Hauptsteuer), und zus\u00e4tzlich gibt es einen kleinen Steuersatz auf den Wert des gesamten Immobilieneigentums einer Person (2. Komponente: zus\u00e4tzliche Steuer). Es sei erw\u00e4hnt, dass im Sinne der Vergr\u00f6\u00dferung der zu besteuernden Basis zum ersten Mal auch Grundst\u00fccke besteuert werden, die au\u00dferhalb von beplanten Zonen liegen. \u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>Die Regelungen der neuen Immobiliensteuer in Griechenland<\/b><span style=\"font-size: 14px; line-height: 1.5em;\">\u00a0<\/span><\/h3>\n<p>Das neue Gesetz, welches in der Kurzform EN.F.I.A genannt wird, sieht die allumfassende Besteuerung des Immobilieneigentums in Griechenland vor; dies bedeutet, dass j\u00fcngst alle Immobilien aller Kategorien besteuert werden. Hier wird f\u00fcr die Berechnung der Steuer neben der Gr\u00f6\u00dfe eine Vielzahl von weiteren Kriterien zugrundgelegt, wie z. B. die Art der Immobilie, der objektive Wert, das Alter, und weitere.<\/p>\n<p>Die Hauptsteuer wird auf der Grundlage einer Basissteuer berechnet, die anhand von diversen Kriterien vervielfacht oder verringert wird. Wie gesagt, werden nun aller Arten Immobilien bei der Besteuerung ber\u00fccksichtigt. Letzeres bedeutet, dass die Steuer sowohl auf Geb\u00e4ude als auch auf Grundst\u00fccke in und au\u00dferhalb von beplanten Bereichen auferlegt wird. Selbst Agrarland und Weiden sind betroffen.<\/p>\n<p>Die zus\u00e4tzliche Steuer betrifft dann im zweiten Schritt nur noch diejenigen Eigent\u00fcmer, deren Immobilieneigentum in Griechenland in der Gesamtheit einen Wert von 300.000,- Euro \u00fcberschreitet. Im Verh\u00e4ltnis zum alten Gesetz (\u201eF.A.P.\u201c), wo der Steuerfreibetrag bei 200.000,- Euro lag, stellt dies sogar eine Erh\u00f6hung des Freibetrags dar. Auch sind die entsprechenden Prozents\u00e4tze verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleiner als beim alten Gesetz (von 0,1% bis 1%). Bei der Berechnung der zus\u00e4tzlichen Steuer werden Grundst\u00fccke, die sich au\u00dferhalb der beplanten Zone befinden, nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Entsprechend der neuen Bedingungen sieht das Gesetz konkret nun f\u00fcr die Hauptsteuer folgende Regelungen vor:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 F\u00fcr Geb\u00e4ude (Wohnungen, B\u00fcro- und Gewerbebauten, etc.) ergibt sich eine Basissteuer, die in Abh\u00e4ngigkeit zur Zone, in der sich die Immobilie befindet, zwischen 2,- und 13,- Euro pro Quadratmeter liegt. Insgesamt sind zw\u00f6lf (12) Zonen vorgesehen. Hilfsr\u00e4ume werden mit 10% des Wertes der Hauptnutzung berechnet. F\u00fcr Sonderbauten ist eine Reduzierung der Steuer um 50 % vorgesehen, w\u00e4hrend f\u00fcr elektrisch nicht versorgte Einheiten 40% weniger zu zahlen sind. Nur St\u00e4lle und einige weitere Hilfsbauten f\u00fcr Bauerh\u00f6fe sind von der Besteuerung ausgenommen.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hinsichtlich der Besteuerung der Grundst\u00fccke gelten u. a. in Abh\u00e4ngigkeit zu ihrer Lage Steuers\u00e4tze von 3,- bis 9.000,- Euro pro \u201eStrema\u201c (1 Stremma = 1.000 qm). Hier sieht das Gesetz eine Gliederung in 25 Kategorien vor.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 F\u00fcr Agrarland, Weiden und sonstiges nicht beplantes Land f\u00e4llt eine Steuer von 1,- Euro pro 1.000 qm an.<\/p>\n<p>Bei der Berechnung der Hauptsteuer wird, wie erw\u00e4hnt, eine Vielzahl von Faktoren angesetzt die die Basissteuer entweder erh\u00f6ht oder reduziert. Zu den Faktoren, die die Steuer beeinflussen k\u00f6nnen, geh\u00f6ren unter anderem das Alter der Immobilie, die Lage des Grundst\u00fccks, die Anzahl der offenen Grundst\u00fccksseiten, die Etage auf der sich das Eigentum befindet, sofern eine mehrgeschossige Bebauung vorliegt, und die Nutzung des Grundst\u00fccks.<\/p>\n<p>Beim Steuererlass sind auch Nachl\u00e4sse und Erleichterungen f\u00fcr bestimmte Personengruppen vorgesehen. Insbesondere sind f\u00fcr Langzeitarbeitslose, Familien mit vielen Kindern, Behinderte und armen Familien Nachl\u00e4sse von 50% und teilweise sogar 100% vorgesehen, sofern bestimmte Einkommens- und Eigentumsverh\u00e4ltnisse vorliegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>Gewinner <\/b><b>und <\/b><b>Verlierer des Immobilienbesteuerungsgesetzes<\/b><\/h3>\n<p>Wie bei jedem Gesetz &#8211; so auch beim EN.F.I.A. &#8211; gibt es Gewinner und Verlierer. Zu den Gewinnern geh\u00f6ren bei diesem Gesetz haupts\u00e4chlich Eigent\u00fcmer von Wohnungen. Hier verteilt sich bekannterma\u00dfen das Eigentum am Grundst\u00fcck auf mehrere Einheiten und der Grundst\u00fccksanteil bezogen auf die Einheit ist somit relativ klein. Sie m\u00fcssen nun im Verh\u00e4ltnis zur bisher g\u00fcltigen \u201eSonderabgabe f\u00fcr Immobilien\u201c (EETIDE), die man \u00fcber die DEI (Energieversorgungskonzern Griechenlands) entrichten musste, nun eine leicht reduzierte Steuer bezahlen. Zu den gro\u00dfen Verlierern z\u00e4hlen allerdings die Eigent\u00fcmer von Immobilien, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind, Eigent\u00fcmer von g\u00e4nzlich unbebauten Grundst\u00fccken und auch Eigent\u00fcmer von Agrarfeldern, die alle nun zum ersten Mal eine Grundsteuer auf ihr Eigentum bezahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen wurde die neue Immobiliensteuer in Griechenland als eine etwas fairere und g\u00fcnstigere Besteuerung von Immobilien eingef\u00fchrt. Es muss aber festgehalten werden, dass mit diesem neuen Gesetz eine einst krisenbedingt eingef\u00fchrte und nicht dauerhaft vorgesehene Sonderregelung nun zur ordentlichen Immobiliensteuer umgewandelt wurde. Hinzu kommt, dass aufgrund der allumfassenden G\u00fcltigkeit der neuen Grundsteuer eine gro\u00dfe Anzahl von Eigent\u00fcmern im Verh\u00e4ltnis zur Sonderregelung noch weiter benachteiligt wird. Ein weiteres Paradoxon des Gesetzes liegt in der Tatsache, dass die Immobiliensteuer anhand den vom Finanzministerium festgesetzten, \u201eobjektiven\u201c Immobilienwerten berechnet. Dieser Wert liegt in den meisten weit \u00fcber dem tats\u00e4chlichen Marktwert der Immobilie.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass das Thema \u201eImmobilienbesteuerung\u201c bereits einige Debatten und Reaktionen hervorgerufen hat, die sich in spe wohl noch intensivieren werden. Die neue Steuer stellt schlie\u00dflich eine weitere gro\u00dfe finanzielle Belastung f\u00fcr viele private Haushalte Griechenlands dar. Beim Versuch, den griechischen Haushalt zu konsolidieren, hat sich der griechische Gesetzgeber offensichtlich f\u00fcr eine Ma\u00dfnahme entschieden, die aus dem Traum der meisten Griechen, irgendwann einmal in den eigenen vier W\u00e4nden zu leben, einen Albtraum oder \u2013 wie man hierzulande sagen w\u00fcrde \u2013 zum Ephialtes macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr 2014 hat hinsichtlich der Besteuerung der Immobilien in Griechenland dynamisch und mit gro\u00dfen Reformen begonnen. Seit 01. Januar des Jahres ist ein neues Immobilienbesteuerungsgesetz in Kraft getreten, welches die bisher diesbez\u00fcglich g\u00fcltigen Regelungen, wie den sogenannten E.T.A.A. oder den F.A.P., g\u00e4nzlich ersetzt. 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